Der Schallschutz dient zur Verhinderung der Schallübertragung. Er beruht auf Erfahrungswerten, da er sich nur in begrenztem Umfang berechnen lässt. Werden bei der Planung Schallschutzmaßnahmen unterlassen, so ist deren nachträglicher Einbau kaum noch möglich oder ist mit erheblichen Kosten verbunden.
Als Schalldämmung bezeichnen wir die Minderung der Schallenergie beim Durchgang des Schalls durch einen Körper. Sie geschieht dadurch, dass ein Teil der Schallwellen beim Auftreffen auf einen Körper absorbiert wird. Außerdem ist die Schalldämmung abhängig von der Art und Dichte eines Stoffes sowie von seiner Dicke.
Wir unterscheiden 3 Arten von Schall:
Ø Luftschall ( breitet sich in der umgebenden Luft aus )
Ø Körperschall ( breitet sich in festen Körpern aus )
Ø Trittschall (Sonderform des Körperschalls; entsteht beim Auftreten auf den Fußboden)
Wenn wir in einem Raum Geräusche aus einem Nebenraum gut wahrnehmen können, so herrscht dort ein schlechter Luftschallschutz. Die Luft leitet dabei die Schallwellen zur trennenden Wand, die vom Schalldruck in Schwingungen versetzt wird und so die Geräusche in den Nebenraum überträgt. Um diesem nun entgegenzuwirken, muss man die Konstruktion der Wand entsprechend unterbinden.
Luftschall : bei einschaligen Bauteilen: je schwerer das Bauteil,
desto besser
bei mehrschaligen Bauteilen: entweder zwei biegeweiche Schalen
oder eine biegeweiche Schale vor einer schweren biegesteifen Schale
oder zwei biegesteife Schalen
Körperschal: Trennung der Schallquelle vom Baukörper
Trittschal: Schwimmender Estrich, weiche Bodenbeläge
Ø Außenwasser : Niederschläge, Oberflächenwasser, Spritzwasser, Sickerwasser, Schichtenwasser, Stauwasser, Grundwasser
Ø Innenwasser : aus Nassräumen ( Küche, Bad ) , Tau – und Schwitzwasser
Ø Sperrschichten am Fußboden ( kapillarbrechende Schicht, Folie über Bodenplatte)
Ø Waagerechte Wandsperrschichten
Ø Senkrechte Sperrschichten ( Zementputz, Bitumenanstrich, zementgebundene Dichtungsschlämme, alternativer Sperrputz, Holzkehle am Übergang zum Fundament)
Ø Sperrschicht im Sockelbereich ( bis 30 cm über Geländeoberkante gegen Spritzwasser schützen : Sperrputz, Klinker, Fliesen; Grobkiesstreifen )
Ø Abdichtung gegen drückendes Wasser ( Außenhautabdichtung, Innenhautabdichtung )
Ø Fugenabdichtung
Ø Dränage ( Ringdränung um das Gebäude, Flächendränung unter der Bodenplatte)
Durchfeuchtung, Rostbildung, Fäulnis, Ausblutung, Frostschäden, reduzierter Wärmeschutz, schlechtes Wohnklima
Bitumen, Teer, Spachtelmasse, Dichtungsschlämme, Klebstoffe, Kies, Schotter, Dränrohre, Lochsteine, Sperrmörtel, Sperrbeton, Kieselsäure
Der Wärmeschutz soll bei hinreichender Wirtschaftlichkeit für das Wohlbefinden der Menschen in den Räumen sorgen und zugleich zur Erhaltung der Bausubstanz beitragen. Vor allem ist daher auf den Wärmeverlust durch Außenwände und Dächer zu achten. Durch günstige Bauabmessungen lassen sich die Wärmeverluste verringern. Höhere Baukosten durch umfangreiche Dämmassnahmen werden über einen längeren Zeitraum hinweg durch geringere Bewirtschaftungskosten ausgeglichen.
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Dieses Bild verdeutlicht die Wärmeverluste verschiedener Bauformen:
a) Reihenmittelhaus
b) Reihenendhaus
c) freistehendes Einfamilienhaus
Wenn eine Wand 2 Räume mit unterschiedlicher Temperaturen trennt, fließt die Wärmeenergie immer von der wärmeren zur kühleren Seite.
Q = c * m (Wärmemenge= spezifische Wärmemenge * Masse)
Die Wärmeleitzahl l gibt an, welche Wärmemenge pro Sekunde durch 1m² einer 1m dicken Schicht bei 1K Temperaturunterschied hindurchgeleitet werden.
Beim Wärmetransport durch eine Wand unterscheiden wir 3 Abschnitte:
- Wärmeübergang von der Innenluft zur inneren Oberfläche der Außenwand
- Wärmedurchlass durch die Wand ( je größer der Wärmedurchlasswiderstand ist, desto besser ist die Wärmedämmung eines Baustoffes.)
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Die Dämmfähigkeit der Dämmstoffe hängt von ihrer Dichte ab. Porige Stoffe mit einer geringeren Dichte haben eine bessere Dämmfähigkeit als dichte Baustoffe
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Wärmebrücken erhöhen den Wärmebedarf, beeinträchtigen die Behaglichkeit, können Schimmelpilzkulturen ermöglichen und Bauschäden verursachen.
Durch korrekte Baukonstruktionsdetails können viele Wärmebrücken vermieden, wenigstens aber ihre Wirkung gemindert werden.
Eine örtlich begrenzte Fläche eines Außenbauteils, durch die in der Heizperiode mehr Wärme abfließt als durch eine ungestörte, ausgedehnte Fläche, bezeichnet man als Wärmebrücke. ( z. B. Kanten an Außenwänden ).
- erhöhter Energieverbrauch
- Beeinträchtigung der thermischen Behaglichkeit
- Mangelhafte Wohnhygiene ( durch Schimmelpilzbildung )
- Gefährdung der Bausubstanz
Es gibt 3 Ursachen für Wärmebrücken:
1.) Geometrisch bedingte Wärmebrücken
Entstehen dort, wo die wärmeaufnehmende Innenoberfläche kleiner als die wärmeabgebende Außenoberfläche ist.
2.) Konstruktiv bedingte Wärmebrücken
Entstehen, wenn Materialien mit hoher Wärmeleitfähigkeit konstruktionsbedingt ein Außenbauteil mit besserem Wärmeschutz durchstoßen.
3.) Unsachgemäße Ausführung
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- Die Dämmstofflagen verschiedener Bauteile sollen an den Stoßstellen lückenlos ineinander übergehen
- Wenn an Anschlüssen unterschiedlich starke Dämmungen aneinandergrenzen, so sollten die Mittellinien der Dämmlagen ineinander übergehen
- Die Winkel, unter denen die Außenbauteile aneinander stoßen, sollten möglichst stumpf sein. Winkel unter 90° bringen hohe Wärmebrückenwirkung.
- Wenn Bauteile, die die dämmende Hülle durchstoßen nicht vermieden werden können, so sollte in der Reihenfolge der folgenden Regeln versucht werden, die Wärmebrückenwirkung zu verringern:
1.) Thermische Trennung mit hochwertigem Dämmstoff ( Nachteil: teuer)
2.) Verwendung von Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit für das durchstoßende Bauteil ( Wärmeleitfähigkeit von 0,25 W/mK nicht überschreiten)
3.) Ein durchstoßendes Bauteil über eine Ausdehnung vom Durchstoßpunkt hinaus dämmen ( Nachteil: wenig wirkungsvoll und teuer)
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Unter TWD versteht man das Prinzip, Solare Energie über gedämmte Fassadenflächen nutzbar zu machen. Hierbei unterscheidet man 2 unterschiedliche Anwendungsgebiete: Solarwände und Tageslichtsysteme.
Im Winter kommt es wegen der Temperaturdifferenz zwischen Innenraum und Umgebung zu einem von Innen nach Außen gerichteten Wärmestrom, wodurch ein Großteil der Wärme im Gebäudeinneren als Transmissionswärme durch die Gebäudehülle verloren geht. Eine opake (=konventionelle) Dämmung beschränkt zwar diese Transmissionsverluste, lässt jedoch die auftreffenden Solarstrahlen ungenutzt. Durch eine TWD wird nun der Wärmefluss in das Gebäudeinnere umgekehrt.
Die TWD lässt einen Großteil der Solarstrahlung durch die Dämmschicht hindurch. An einer dunklen Wand ( Absorber) werden die Solarstrahlen in Wärme umgewandelt. Die Wärme wird in das Mauerwerk geleitet. Dabei arbeitet die Mauer als thermischer Speicher und gibt die aufgenommene Wärme mit einer Verzögerungszeit an die dahinterliegenden Räume ab. Diese Verzögerungszeit ist abhängig von dem Wandbaustoff und von der Wanddicke.
Viele Materialien, die für die Anwendung vor Absorberwänden geeignet sind, bestehen aus Strukturen, die das Licht streuen oder umlenken. Eingebaut in Vertikal- oder Horizontalverglasungen wird eine homogene Ausleuchtung bis hinein in große Raumtiefen erreicht.
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Bei diesem System trifft die einfallende Solarstrahlung durch das transparente Wärmedämm-Material auf eine schwarze gestrichene Wand (Absorber).
Hierbei sind Wärmegewinne von bis zu 100kWh/m² möglich, was einer Einsparung von ca. 10 l Heizöl pro m² im Jahr entspricht.
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TWD aus Kunststoffe: Plexiglas ( Gebrauchstemperatur
90°C ),
Polycarbonat ( Gebrauchstemperatur 140°C )
TWD aus Glas : höchste Temperaturbeständigkeit, Raumdichte 100kg/m³
TWD aus Silica – Aerogel: nicht kommerziell erhältlich
TWD besteht aus folgenden Elementen:
- Absorber
- Rahmenelement mit Verglasung
- Regel- / Verschattungskomponente
- Haltekonstruktion an der Fassade
Massivwandsystem
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Konvektives System
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Direktgewinnsystem
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Wärmedurchgangskoeffizient:

Der Wärmeschutz ist umso besser, je kleiner der K-Wert ist!
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Für nähere Informationen:
Fachverband
Transparente Wärmedämmung e.V.
Dr. Werner Platzer
Ginsterweg 9
79194 Gundelfingen
www.fvtwd.de
Das Wärmedämmverbundsystem wird auch als Thermohaut bezeichnet. Es eignet sich sowohl für den Neubau als auch für die nachträgliche Wärmedämmung von Gebäuden und ist ein preisgünstiges Außenwanddämmsystem.
Es besteht aus Dämmstoffplatten, die direkt auf das Mauerwerk (Neubau) oder den vorhandenen Außenputz (Altbau) aufgeklebt und je nach Untergrund auch gedübelt werden. Auf die Dämmschicht wird in den Armierungsmörtel ein Armierungsgewebe eingebettet, das Dehnungsspannungen aufnimmt und die Grundlage für die Außenbeschichtung bietet. Sie kann aus Kunststoffputz Kalk – Zementputz oder bei stärkeren Beanspruchungen auch als Flachverblendern o.ä. bestehen.
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Bundesweite Untersuchungen haben für die Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit der Thermohaut den Beweis erbracht. An nur wenigen der untersuchten Objekte wurden allenfalls geringe Schäden im Putzbereich vorgefunden, die vor allem auf nicht fachgerechte Verlegung zurückzuführen waren. Die Lebensdauer der Thermohaut entspricht der Haltbarkeit des Außenputzes.
Die Kosten der Thermohaut können je nach Dämmstärke, Material und Objektgröße sehr unterschiedlich sein. Für eine Dämmung mit Polystyrolplatten ergeben sich näherungsweise für ein Einfamilienhaus folgende Orientierungswerte inklusive Außenputz:
6 cm Dämmstoff ca. 120 DM/m²
8 cm Dämmstoff ca. 125 DM/m²
10 cm Dämmstoff ca. 130 DM/m²
12 cm Dämmstoff ca. 135 DM/m²
15 cm Dämmstoff ca. 145 DM/m²
vergl.: „Wärmedämmung Energiesparinformation“
Bausparkasse Schwäbisch Hall AG
Crailsheimer Str. 52
74520 Schwäbisch Hall
www.schwaebisch-hall.de
Der Einbau von Wärmedämmung in Dächern ist dann erforderlich, wenn die betroffene Dachfläche wärmeabgebend ist, d.h. wenn der Dachraum unterhalb eines Schrägdaches ausgebaut ist, bzw. es sich um ein Flachdach als oberem Abschluss beheizter Räume handelt.
Bei geneigten Dächern werden die Wärmedämmschichten üblicherweise zwischen und unter den Sparren eingebaut. Diese mehrschichtige Bauweise ist erforderlich, da zum Erreichen der angestrebten k-Werte Wärmedämmschichten in einer Dicke von ca. 20cm erforderlich sind.
Zur Vermeidung von Schäden durch Dampfdiffusion und/oder Dampfkonvektion ist auf der Innenseite der Wärmedämmschichten eine Dampfbremse einzubauen, wobei nach derzeitigen bauphysikalischen Erkenntnissen hierfür ein sog. Diffusionssperrwert SD ³ 2m ausreicht. Dieser Wert wird bereits mit herkömmlichen Baupappen und dünnen PE-Folien erreicht.
Grundsätzlich ist es von entscheidender Bedeutung für das Erreichen eines erhöhten Wärmeschutz-Standards, dass gedämmte Schrägdachflächen in hohem Maße luftdicht sind, da ansonsten hohe Lüftungswärmeverluste entstehen, wodurch die aufwendigen Dämmassnahmen uneffektiv werden.
Folgende Regeln sind zu beachten:
- Verwendung von Wärmeschutzgläsern mit k – Werten von 1,3 bis 1,4 W/m²K.
- Einbau dichter Konstruktionen zur Vermeidung ungewollter Luftwechsel.
- Verwendung aufgedickter Blendrahmen zum Anschluss der Wärmedämmung der äußeren Fensterlaibung und des Fenstersturzes.