4. Regenwassernutzung


4.1 Wasserverbrauch

140 Liter Wasser verbraucht der Deutsche Bürger durchschnittlich pro Tag. 5 Liter werden dabei für Trinken und Kochen genutzt und setzen eine hohe Trinkwasserqualität voraus. 60 Liter entfallen auf Körperpflege, Baden bzw. Duschen und Spülen. Die restlichen 75 Liter verteilen sich auf WC Spülung (45 Liter), Wäsche Waschen (18 Liter), Putzen (4 Liter) und Sonstiges (8 Liter).

Diese letzte 75 Liter stellen natürlich nicht so hohe Ansprüche an die Qualität des verwendeten Wassers. Hier bietet es sich an, alternativ zur Trinkwassernutzung Brauchwasser zu verwenden. Was liegt da näher, als Regenwasser zu diesem Zweck zu sammeln und zu verwenden? Man spart dadurch nicht nur wertvolles Trinkwasser, sondern auch bares Geld.

Da Regenwasser besonders weiches Wasser ist, eignet es sich besonders gut zum Waschen, Reinigen und Bewässern.

Beim Speichern von Regenwasser muss man jedoch einiges beachten, um Regenwasser wirklich sinnvoll im Haushalt nutzen zu können.

4.1.1 Einsatzbereich WC Spülung:

Mit durchschnittlich 45 Litern Wasserverbrauch pro Tag ist die Toilette der Top-Wasserverbraucher im Haushalt. Hier müssen nur sehr wenig Ansprüche an das Wasser gestellt werden. Es genügt die einfache Regenwasserfilterung wie sie in den meisten Regenwasserspeicheranlagen vorhanden ist.

4.1.2 Wäschewaschen:

Wie bereits oben vermerkt sind im Regenwasser keine hohen Härtebildner enthalten. Es ist daher möglich ausgesprochene Weichwasserwaschmittel zu verwenden. Auch werden größere Schmutzstoffe vom oben angesprochenen Filter entfernt. Aber kleine Schweb und Trübstoffe passieren diesen Filter. Diese lagern sich aber in dem Sammelbehälter am Boden ab. Auf Grund eines beruhigten Wasserzulaufs werden diese Stoffe nicht aufgewirbelt. Die Pumpe in dem Sammelbehälter ist so angebracht, dass sie sich etwas oberhalb des Bodens befindet, oder etwa 20 cm unter der Wasseroberfläche schwimmt. Dies gewährleistet eine saubere Wasserentnahme ohne tief lagernde Bakterien und Schwermetallschlämme oder oben schwimmendes Laub oder ähnliches anzusaugen.

4.1.3 Reinigung:

Für Reinigungszwecke (Boden, Haus, Hof, etc.) ist es empfehlenswert einen Zapfhahn für Regenwasser einzurichten. Natürlich muss dieser gekennzeichnet werden, um nicht mit einem Trinkwasserhahn verwechselt zu werden.

4.1.4 Gartenbewässerung:

Wenn einem seine Pflanzen noch so wertvoll sind, sie mit Trinkwasser zu gießen, ist unverantwortlich. Außerdem ist das Gießen mit gespeichertem Regenwasser in dürren Zeiten die natürlichste Art.


4.2 Wie wird das Wasser gesammelt?

Das von der Dachfläche aufgefangene Regenwasser fließt durch die Fallrohre zu einem speziellen Filter, in dem das Regenwasser vom gröbstem Schmutz (Zweige, Laub u.ä. Fremdkörper) gefiltert wird. Die gefilterten Fremdstoffe werden in die Kanalisation gespült. Die spezielle Konstruktion des Wassereinlaufs in den Speichertank gewährleistet, das abgelagerte Sedimente nicht aufgewirbelt werden. Sollte der Vorratsbehälter bereits voll sein, wird einfließendes Regenwasser über den Überlauf in die Kanalisation geleitet. Ein Geruchsverschluss verhindert eine Geruchsbeeinträchtigung durch die Kanalisation.

4.3 Wie wird das Wasser gespeichert?

Der Tank lagert das Regenwasser unterirdisch. Da so kein Licht in den Tank eindringt, können auch keine Algen das Wasser verunreinigen.


4.4 Wie kommt das Wasser ins Haus?

Eine Tauchpumpe drückt das Wasser über ein Rückschlagventil in einen Druckbehälter. Die darin enthaltene Luft wird (je nach Art und Höhe des Hauses mehr oder weniger stark) verdichtet und drückt so das Wasser in die Regenwasserleitung. Ist nach einer gewissen Wassernutzung der Druck gesunken, wird von einer Steuerelektronik Wasser in den Druckbehälter gepumpt, solange der Wasserstand im Vorratsbehälter nicht unter einen Minimalstand gerät (mit Ultraschall gemessen). In einer Trockenperiode wird Normales Leitungswasser in das Vorratsbecken geleitet, um ein Trockenlaufen der Pumpe zu verhindern.

Dieses System hat den Vorteil, dass die lärmerzeugende Pumpe außerhalb des Hauses liegt, und der Druckbehälter geräuschlos das Wasser an die Zapfstellen drückt.